Wie lange dauert das Insolvenzplanverfahren nun wirklich?

Nach Einreichung des Insolvenzplans soll das Insolvenzgericht gem. § 231 Abs. 1 Satz 2 InsO innerhalb von 2 Wochen den Plan prüfen. Ergibt die Prüfung, dass der Plan nicht zurückzuweisen ist, übersendet das Gericht den Plan zur Stellungnahme an die in § 232 Abs. 1 InsO vorgeschriebenen Beteiligten. Gem. § 232 Abs. 3 InsO soll die für die Übersendung der Stellungnahme zu setzende Frist ebenfalls 2 Wochen nicht überschreiten. Nach Eingang der Stellungnahmen legt das Gericht gem. § 234 InsO den Insolvenzplan nebst den Anlagen und den Stellungnahmen in der Geschäftsstelle zur Einsicht für die Beteiligten  aus. Bereits mit der Anforderung der Stellungnahmen kann das Gericht, spätestens nach der Niederlegung soll das Gericht gem. § 235 Abs. 1 InsO den Erörterungs- und Abstimmungstermin über den Insolvenzplan festsetzen. Dieser Termin soll gem. § 235 Abs. 1 Satz 2 InsO nicht über einen Monat hinaus angesetzt werden.

Rechnet man die Zeiten zusammen, so stellt man fest, dass der Gesetzgeber dafür gesorgt hat, dass das Insolvenzplanverfahren nicht länger als 3 Monate dauern kann.

Hinzu kommt die Vorbereitungszeit für den Insolvenzplan vor dessen Einreichung. Diese dauert bei zügiger Bearbeitung nicht länger als 3 Monate.

Zu beachten sind 2 weitere zeitliche Kriterien, die den Zeitplan eines Insolvenzplans jedoch nicht wesentlich beeinträchtigen.

1. Nach unserer Erfahrung macht die Einreichung eines Insolvenzplans in vielen Fällen erst nach dem ersten Prüfungstermin in dem Insolvenzverfahren Sinn. Denn erst dann steht fest, wie viele Gläubiger welche Forderungen in dem Verfahren geltend machen, was wiederum Auswirkungen auf die prognostizierte Quote hat. Die Quote sollte als Bestandteil einer sinnvollen und überzeugenden Darstellung des Plans zumindest geschätzt werden können.

2. Der Insolvenzplan sollte vor seiner Einreichung dem zuständigen Richter informell zur Ansicht übersandt werden, damit dieser ihn ohne den Zeitdruck des § 231 Abs. 1 Satz 2 InsO prüfen und etwaige Bedenken im Rechtsgespräch mit dem Planeinreicher ausgeräumt werden können.

 

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